Kreuzfahrtsaison in Kiel startet wieder

Wir haben der Kreuzfahrt-Industrie nach ihrer pandemiebedingten Pause gezeigt, was wir davon halten, dass sie wieder ihre schmutzigen Diesel-Maschienen anwirft, und sich dafür feiert im Hafen unverschämt viel Strom zu verbrauchen. Am Samstag, den 22.5.2021 startete die Kreuzfahrt-Saison wieder, trotz nach wie vor hoher Corona-Infektionszahlen.

„Klimaschutzstadt Kiel“, massenhafte Klimaproteste, BVerfG-Urteil zur Generationengerechtigkeit, der Bericht „Grenzen des Wachstums“ vom Club of Rome im Jahre 1972 usw. usw: Die Zeiten des rücksichtslosen „Vergnügens“ auf Kosten der Allgemeinheit, und auf Kosten von Niedriglohn-Abhängigen müssen endlich enden. Wir haben ein kleines aber entschlossenes Zeichen gesetzt gegen die Ausbeutung der natürlichen Lebensgrundlagen deren Folgen schon heute vor allem von den Menschen im globalen Süden zu spüren sind.

Aus Gesundheitsschutzgründen waren wir nur ein kleines Grüppchen mit Transpi. Das Verteilen von Flyern mit Greifzangen wurde uns von der Versammlungsbehörde untersagt, obwohl sich diese Praxis schon bei einer ähnlichen Aktion im vergangenen Sommer 2020 bewährte – es geht hier wohl vor allem darum Kritik an Kreuzfahrten zu verhindern. Die Stadt Kiel ist halt trotz ihrer Klimaschutz-Selbstbezeichnung noch nicht wirklich im Klimaschutz- geschweige denn im Klimagerechtigkeitsmodus angekommen.

Die Kreuzfahrt-Industrie ist ein leuchtendes Beispiel für die wirtschaftliche Überlegenheit des reichen globalen Nordens, der für die katastrophale Klimazerstörung verantwortlich ist, unter der vor allem die Menschen im globalen Süden leiden und schon heute ihr Zuhause verlieren.
Völlig grotesk wird es wenn wir analysieren, dass der Betrieb der Schiffe nur durch Niedriglohn-Arbeitskräfte aus eben diesen vergleichsweise ärmeren Ländern des globalen Südens aufrecht erhalten werden kann, damit dieser Umweltfrevel für die deutsche Mehrheitsgesellschaft erschwinglich ist. Dass durch Lohnabhängigkeit genau diejenigen ausgebeutet werden und gezwungen sind für ein System zu arbeiten welches für Extremwetterereignissen in ihrem Zuhause verantwortlich ist, zeigt, dass es in der Verantwortung der reichen Länder des globalen Nordens liegt, diese ungerechten Machtverhältnisse zu beenden.

Das Ende der Kreuzfahrt in Kiel wäre die Anerkennung dieser ungerechten Machtverhältnisse und ein kleiner Anfang für echte Klimagerechtigkeit.

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