Arbeitsbedingungen

Die Arbeitsbedingungen auf Kreuzfahrtschiffen sind schlecht. Fast alle dort Arbeitenden sind über Subunternehmen angestellt. Es gelten die arbeitsrechtlichen Bedingungen und für viele Hilfsjobs liegt der Stundenlohn teilweise bei nur 2 Euro, je nach Unternehmen. Wie überall in der Seefahrt gelten die arbeitsrechtlichen Bedingungen der Flaggenstaaten und es gibt nur wenig Kontrollen, was in langen Arbeitszeiten und wenig Pausen resultiert.

Eine satirische Rede gespickt mit wahren Fakten  wurde dazu im Februar 2017 auf der Hauptversammlung der TUI gehalten:

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitaktionäre,

es freut mich sehr heute hier sein zu können, zunächst einen großen Dank für unseren Vorstand, der uns alle im vergangenen Geschäftsjahr durch fette Gewinne mit der Kreuzfahrtsparte glücklich gemacht hat. Aber ganz ohne Verbesserungsvorschläge geht es halt nicht.

Im Bereich der von Angestellten zu leistenden Arbeit wurde viel bewegt. 2,40 Euro die Stunde für eine Restaurantfachkraft und im Arbeitsvertrag festgehaltenen Zwang zu lächeln sind gute Ansätze. Über Modelverträge statt Arbeitsverträge ließen sich auch noch Gewicht und Körpermaße vertraglich festhalten. In den Bereichen ohne Publikumsverkehr könnten Straftäter zur „Resozialisierung“ eingesetzt werden und dass für gerade mal 80 Cent die Stunde.

Auch die Arbeitszeiten lassen sich sicherlich von 7 Tage die Woche, 12 Stunden am Tag auf 7 Tage mit 18 Stunden am Tag steigern. Was in China möglich ist, scheint mir für die hohe See erst recht möglich.

Nicht nur auf See ist eine Gewinnmaximierung möglich. Allein in der BRD gibt es über 10.000 Angestellte. Da muss doch mittels Digitalisierung und Outsourcing mehr möglich sein. Ein Angestellter in Deutschland auf 10.000 Kunden muss doch möglich sein. So könnten bis zu 9000 Stellen eingespart werden.

Zu guter Letzt das leidige Thema Steuern: 2014 wurden noch 44.000 Euro Steuern in der Kreuzfahrtsparte an die Bundesrepublik gezahlt. Sorgen Sie dafür, dass im nächsten Jahresabschlussbericht dort eine fette Null steht. Was mein Steuerberater für mich erledigt, muss für einen innovativen, kreativen, leistungswilligen und kreativen Konzern wie TUI doch auch zu schaffen sein!

Einen lesenswerten Artikel zum Lohngefälle auf Kreuzfahrtschiffen, den Niedriglohnbedingungen unter Deck und den Ausflaggungen veröffentlichte die ZEIT 2016.

Kommentare sind geschlossen.